Warum ich Musik mache: Von Schweigen, Büchern und dem Mut, hörbar zu werden

Warum ich Musik mache: Von Schweigen, Büchern und dem Mut, hörbar zu werden

Es gibt Menschen, die machen Musik, weil sie gerne im Mittelpunkt stehen.
Und es gibt Menschen wie mich: Ich mache Musik, weil ich sonst an manchen Tagen gar nicht wüsste, wohin mit all dem, was in mir drin ist.

Ich bin Empathic Leon.
Und dieser Beitrag ist meine Geschichte – nicht als „dramatische Story“, nicht als Mitleids-Text, sondern als ehrliche Erklärung, wie aus Rückzug, inneren Kämpfen und dem Wunsch nach Veränderung Schritt für Schritt ein Projekt wurde, das heute sichtbar ist.


Als das Leben zu laut wurde, wurde ich still

Ich habe lange geschwiegen. Nicht, weil ich nichts zu sagen hatte – sondern weil Worte manchmal wie eine Wand sein können. Wenn man mit starker emotionaler Instabilität kämpft, wenn Depressionen einem den Boden wegziehen, wenn Einsamkeit nicht nur ein Gefühl ist, sondern ein Zustand, dann wird „einfach reden“ plötzlich zu etwas, das unglaublich schwer fällt.

Dazu kam Frust. Nicht dieser kurze, alltägliche Ärger – sondern die tiefe, stille Frustration darüber, wie Menschen miteinander umgehen. Wie schnell man urteilt. Wie hart man wird. Wie wenig Empathie manchmal übrig bleibt, obwohl sie überall gebraucht wird.

In mir wuchs irgendwann ein Gedanke, der gleichzeitig weh tat und Hoffnung gab:
Wenn ich schon nicht ändern kann, wie die Welt ist – vielleicht kann ich ändern, wie ich in dieser Welt bin.


Die Reha und ein Satz, der hängen blieb

In meiner Reha gab es einen Psychologen, Herrn Lindner, der mich nachhaltig geprägt hat. Nicht, weil er mir irgendeinen Zaubersatz gesagt hat, der alles sofort besser macht – sondern weil er mich an etwas erinnert hat, das ich eigentlich tief in mir schon wusste, aber nicht mehr fühlen konnte:

Dass Veränderung nicht nur Forderung ist, sondern Haltung.

Sinngemäß blieb mir eine Idee hängen, die ich heute oft als inneren Kompass benutze:
„Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“

Das klingt erstmal wie ein Spruch. Aber wenn man selbst innerlich zerbrechlich ist, bekommt es plötzlich Gewicht. Es heißt nicht: „Reiß dich zusammen.“
Es heißt: Geh einen Schritt. Dann noch einen. Und wenn du fällst, steh wieder auf – nicht perfekt, aber ehrlich.

Später wurde genau daraus auch ein Song-Gedanke. Und irgendwann ein ganzer Song: „Sei die Veränderung“.


Mein erster Weg: Blog und YouTube – aber noch ohne Musik

Bevor Musik kam, gab es bei mir zuerst Worte.
Ich hatte zunächst „nur“ meinen Online-Blog / meine Website – und später Videos auf YouTube, in denen es um persönliche Entwicklung ging. Das war mein Versuch, Gedanken zu ordnen und Dinge auszusprechen, die ich im echten Leben oft nicht aussprechen konnte.

Ich wollte damit nicht „Influencer“ sein. Ich wollte verstehen, was in mir passiert – und vielleicht auch anderen zeigen:
Du bist nicht kaputt, nur weil du fühlst. Du bist nicht schwach, nur weil du kämpfst.


Dann kamen Bücher: Verarbeitung, Reflexion – und ein Stück Erklärung für andere

Irgendwann habe ich angefangen, Bücher zu schreiben.
Erst einmal über meine Vergangenheit.

Nicht, weil ich mich in ihr suhlen wollte – sondern weil ich sie verarbeiten musste. Ich habe sehr lange geschwiegen und mich zurückgezogen. Schreiben war mein Weg, das Chaos im Kopf sortierbar zu machen. Und ja: Ich wollte auch Menschen, die mir nahe stehen, zeigen, warum ich so bin, wie ich bin. Nicht als Entschuldigung – sondern als Erklärung.

Denn manchmal passiert in einem Leben so viel, dass man irgendwann nicht mehr weiß, wie man das überhaupt in einem normalen Gespräch erzählen soll. In einem Buch kann man atmen. Nachdenken. Zurückgehen. Und Dinge sagen, ohne unterbrochen zu werden.


Eine Kindheitserinnerung wurde zur Fantasy-Welt: „Chroniken der Hoffnung“

Durch diese Arbeit an meiner Vergangenheit kam etwas zurück, das lange tief vergraben war:
eine Erinnerung aus meiner Kindheit – ein Erlebnis, das mich geprägt hat.

Und daraus entstand etwas Unerwartetes: meine erste Buchreihe
„Tobias & Sandros – Chroniken der Hoffnung“.

Es ist eine Fantasy-Geschichte – aber sie startet mit einem wahren Ereignis.
Und dann öffnet sich eine Art Parallelwelt mit einer Frage, die mich selbst nie losgelassen hat:

Was wäre gewesen, wenn ich damals anders gehandelt hätte?

In dieser Welt gehe ich ebenfalls meinen Weg nach Berlin – aber anders als im realen Leben bin ich dort nicht allein. Ich habe Freunde. Menschen, die mit mir gemeinsam für Werte einstehen, für die ich mich in der Realität oft allein stark machen musste.

Und ich sage es ganz offen:
Ich lese meine eigenen Bücher manchmal selbst, um in diese Welt zurückzukehren.
Nicht aus Selbstverliebtheit – sondern weil diese Welt so ist, wie ich mir die Welt oft wünsche: empathischer, ehrlicher, verbundener.


Vom Buchtrailer zur Musik – und warum „Mut & Magie“ entstehen musste

Irgendwann wollte ich meine Bücher nicht nur als Text präsentieren, sondern auch als Gefühl.
Ich entwickelte einen Buchtrailer, eine Art Musikvideo zum Buch.

Das Problem: Der Track war nicht von mir – und als Google Markierungen bzw. Einschränkungen vornahm, wurde mir klar: Ich brauche etwas Eigenes. Etwas, das mir gehört. Etwas, das bleibt.

So entstand mein Song „Mut & Magie“ – im Oktober 2024.
Damals war das technisch noch anders: Der Gesang war komplett KI-basiert. Nicht, weil ich „zu bequem“ war, sondern weil ich noch nicht an dem Punkt war, meine eigene Stimme zu zeigen.

Aber der Inhalt – die Botschaft, die Geschichte, die Vision – die war von Anfang an echt.


Warum ich Botschaften in Songs packe

Mit der Zeit merkte ich noch etwas:
In dieser multimedialen Welt haben viele Menschen kaum Zeit, Bücher zu lesen. Manche wollen es, schaffen es aber nicht. Andere konsumieren fast nur noch kurze Inhalte.

Ich habe das nicht als „Untergang“ gesehen, sondern als Frage:
Wie erreiche ich Menschen trotzdem?

Und da war die Antwort plötzlich klar: Musik.

Musik geht unter die Haut, auch wenn jemand nur drei Minuten hat.
Musik kann eine Botschaft transportieren, ohne dass man ein ganzes Kapitel lesen muss.
Und ein Song kann ein kleiner Anker sein – genau in dem Moment, in dem jemand ihn braucht.

Also begann ich, mehr Botschaften in Songs zu packen – und passende Musikvideos mit Bildern zu erstellen.


Ich wollte zeigen, dass ich dahinter stehe – aber mir fehlte die Stimme

Ich wollte nicht nur „anonyme Songs“ veröffentlichen.
Ich wollte zeigen: Da ist ein Mensch hinter diesen Zeilen.

Aber da war ein großes Problem:
Ich mochte meine Stimme nicht. Ich hatte Angst, dass andere sie nicht mögen. Und ich war unsicher, ob ich im Rhythmus bleibe.

Also machte ich etwas, das für mich ein Kompromiss war:
Ich performte die Songs in Musikvideos – ohne selbst zu singen.
Ich stand vor der Kamera, ich zeigte mich, ich trug die Botschaft – aber ich hielt die Stimme zurück.

Das war nicht perfekt. Aber es war ein Schritt.

Und dieser Schritt hat mir auch Anfang 2025 geholfen, als ich wieder in eine depressive Phase rutschte. Musik mit KI war in dieser Zeit kein „Trick“, sondern ein Werkzeug, um nicht komplett zu fallen. Etwas, das mir half, überhaupt weiter kreativ zu bleiben.


CSD 2025: Nicht mehr verstecken – sichtbar als Empathic Leon

Im Sommer 2025 wuchs in mir ein Wunsch:
Ich wollte wieder zum CSD.

Aber diesmal anders.

Früher war ich beim CSD oft verkleidet. Rückblickend sehe ich: Das war auch Schutz. Eine Maske. Eine Rolle.
Diesmal wollte ich nicht mehr verstecken.

Diesmal wollte ich sichtbar sein: als Empathic Leon.

Mit meiner eigenen Musik. Mit meinen Texten. Mit Botschaften, die ich beim CSD zu selten höre. Ich liebe Techno – aber ich finde, es braucht beim CSD auch Songs mit Worten, die berühren und verbinden. Nicht nur Beats ohne Text, sondern echte Aussagen. Echte Emotionen.

Mein Plan war eigentlich: mit meiner Anlage laufen und „nur“ die Tracks spielen.

Dann passierte etwas Unerwartetes:
Über TikTok begegnete ich Stefan aus Bremen. Und er sagte sinngemäß etwas, das mich gleichzeitig getroffen und bewegt hat:

Wenn ich wirklich etwas bewegen will, sollte ich die Tracks selbst singen – auch ohne perfekte Gesangsstimme.

Das machte mir Angst. Ich wollte das nicht. Ich hatte das Gefühl: Das ist zu viel. Zu sichtbar. Zu verletzlich.

Aber dann kam der Moment, der alles verändert hat.

Beim CSD spielte ich meinen Song „Regenbogenherz“.
Und irgendetwas in mir hat plötzlich übernommen.
Ich hatte das Funkmikro in der Hand – und ich habe einfach mitgesungen.

Nicht perfekt. Nicht geschniegelt. Nicht professionell.
Aber echt.

Und das Krasse war: Ich wurde danach angesprochen. Nicht wegen „schöner Stimme“.
Sondern wegen ehrlicher Texte. Wegen der Botschaft. Weil Menschen gemerkt haben: Da steht jemand, der es meint.

In diesem Moment habe ich verstanden:
Es geht nicht darum, perfekt zu sein.
Es geht darum, wahr zu sein.


Was als Technik begann, wird jetzt Stimme

Und hier schließt sich der Kreis zu dem, was ich heute mache:

KI war für mich nie ein Ersatz für Kunst.
KI war der Weg, wie ich trotz Angst, trotz Scham, trotz innerer Kämpfe überhaupt anfangen konnte.

Aber ich wusste immer:
Wenn ich wachsen will, muss ich irgendwann mehr von mir zeigen.

Deshalb arbeite ich heute bewusst daran, meine eigene Stimme mehr in den Vordergrund zu holen – mit KI im Background, nicht als Versteck, sondern als Unterstützung.

Und genau deshalb wird „Empathic Evolution“ (2026) für mich ein besonderer Meilenstein:
Es soll das erste Album werden, bei dem ich selbst singe – mit KI im Hintergrund, aber mit meiner eigenen Stimme als Kern.

Nicht, weil ich plötzlich keine Angst mehr habe.
Sondern weil ich gelernt habe, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu fühlen.

Mut bedeutet, etwas trotzdem zu tun.


Wenn du bis hierher gelesen hast: Danke.
Empathic Leon ist kein „Projekt“ für Reichweite. Es ist ein Weg.
Ein Weg von Schweigen zu Worten. Von Worten zu Büchern. Von Büchern zu Musik. Von Musik zu Sichtbarkeit.

Und vielleicht – wenn ich Glück habe – ist es auch ein Weg, der anderen Menschen zeigt:
Du musst nicht perfekt sein, um echt zu sein.

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